Behind the Brand – worldwidelocal
Hinter jedem Secondhand-Shop steckt mehr als nur Kleidung. Es geht um Haltung, Durchhaltevermögen - und oft um den Mut, einen sicheren Weg zu verlassen. Heute stellen wir euch worldwidelocal (wwl) vor und sprechen mit Kristin und Aslan über den Moment, in dem aus einer Idee ein echtes Projekt wurde, über ihre größten Herausforderungen und darüber, was sie antreibt, trotz aller Hürden weiterzumachen.
Kristin und Aslan, die Gründer:innen von wwl, sind seit über zehn Jahren ein Team - privat wie beruflich. Der Wunsch nach Selbstständigkeit war schon lange da, auch wenn es ihnen objektiv an nichts fehlte: gute Jobs, stabile Einkommen, viel Reisen. „Wir wussten irgendwie immer, dass wir mehr wollen als ein klassisches Angestelltenverhältnis.“
Der konkrete Wendepunkt kam 2023. Aslan, der seit seiner Jugend im Einzelhandel arbeitet und zuletzt in einer Managementposition bei einem großen Textilunternehmen war, entschied sich, auszusteigen. Danach folgte 2024 eine Weltreise - und genau dort nahm wwl langsam Form an. Vintage spielte schon lange eine Rolle: Flohmärkte, Secondhand, das Gefühl für besondere Pieces. Auf dieser Reise wurde aus dem diffusen Wunsch nach Selbstständigkeit eine klare Idee. Name, Konzept und visuelle Identität entstanden unterwegs - Schritt für Schritt. Im April 2025 ging der Shop schließlich online.
So romantisch die Gründungsgeschichte klingt, so ehrlich sprechen die beiden über die Realität dahinter. Die größte Herausforderung: Zeit. Beide arbeiten noch parallel in anderen Jobs. WWL entsteht abends, morgens, am Wochenende. Sieben Tage die Woche. Dazu kommt der finanzielle Druck - vor allem im Marketing.
„Man hätte mehr Zeit, wenn man mehr Geld hätte. Und mehr Geld, wenn man mehr Zeit hätte.“ Was sie unterschätzt haben, ist weniger die Arbeit selbst - sondern das Durchhaltevermögen, das es braucht. Der lange Atem. Die Phasen, in denen es nicht schnell geht, nicht durch die Decke geht, sondern einfach nur weiter.
Was wwl wirklich motiviert, ist nicht das schnelle Wachstum oder maximaler Profit. Es ist der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben - und danach, etwas aufzubauen, das sich richtig anfühlt. Sie wollen:
Und langfristig auch Menschen erreichen, die Secondhand bisher nicht auf dem Schirm hatten. „Vielleicht braucht man nicht das nächste 10-Euro-Top. Vielleicht ist das Wertvolle schon da.“
wwl steht für genau das, was rebe ausmacht: Unabhängige Shops mit klarer Haltung, viel Eigenleistung und dem Mut, Dinge anders zu machen. Nicht perfekt. Nicht über Nacht. Aber ehrlich, konsequent und mit einer Vision, die über Kleidung hinausgeht.